Schlussakkord in Walhalla – Das letzte a-ha Konzert

Wenn die drei Musiker der norwegischen Band a-ha am 04. Dezember um 19:30 Uhr im Osloer Spektrum die Bühne betreten, ist das der Auftakt zum Ende. Seit März diesen Jahres touren Morten Harket, Magne „Mags“ Furuholmen und Pål Waaktaar unter dem Motto „Ending On A High Note“ durch die Welt. In wenigen Tagen ist damit endgültig Schluss.

Das erste Konzert der Abschiedstournee gaben die drei Nordlichter in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires. Nach sieben weiteren Stationen in Süd- und Latein-Amerika ging es nach Kanada und in die USA, seit Ende Mai verabschieden sich die drei auf europäischem Boden von ihren Fans. Dass der allerletzte Vorhang im heimischen Oslo fällt, ist da nur angemessen. Zum Finale drehen die Jungs noch mal richtig auf: Vier Konzerte in vier Tagen plus offizielle Fan-Party. Als im Oktober 2009 der Vorverkauf der Tickets zum letzten aller a-ha Konzerte startete, waren diese innerhalb weniger Stunden komplett ausverkauft. Wer jetzt noch unbedingt live dabei sein will, wenn Morten, Magne und Pål sich nach dem letzten Ton mit „Takk og god natt!“ (Danke und gute Nacht!) in dieser Formation für immer vom Publikum verabschieden, muss tief in die Tasche greifen. Bis zu 1149 Euro für eine Eintrittskarte werden in den Ticketbörsen im Internet aufgerufen.

Eine Erfolgsgeschichte auf Norwegisch

a-ha, drei Norweger, die ein Vierteljahrhundert Musikgeschichte und -erfolge geschrieben haben mit 16 Alben, 41 Singles und 38 Videos. Das Musikvideo zu ihrer ersten Single „Take On Me“ hat längst Kultstatus erreicht. Der Einsatz von schwarz-weiß Animationen ihrem Video – Mitte der 1980er etwas völlig Neues – beeinflusste die ganze erste MTV-Generation. 1987 wurde den Nordmännern die große Ehre zuteil, mit „The Living Daylights“ die Titelmusik für den gleichnamigen James Bond Film zu liefern. Dabei war nicht immer alles eitel Sonnenschein bei den drei Musikern, die 1985 das Video zu „The Sun Always Shines On TV“ in einer leerstehenden Londoner Kirche drehten. Magne und Pål wuchsen im selben Ort auf, sind seit fast vierzig Jahren befreundet und machten schon als Teenies gemeinsam Musik. Leadsänger Morten stieß Anfang der 1980er zu den beiden. Als die drei das erste Mal zu Probe-Aufnahmen gemeinsam in London waren, verbrannte Morten sämtliche Klamotten von Pål, um ihn dann von Kopf bis Fuß neu einzukleiden und ihm einen Look zu verpassen.

Getrennte Wege

Auch künstlerisch waren die Bandmitglieder in ihrer gemeinsamen 25-jährigen Karriere nicht immer einer Meinung. 1994 sind die Differenzen so stark, dass es zum Bruch kommt. Vier Jahre lang geht jeder seiner Wege – und doch bleibt jeder der Musik treu. Morten verwirklichte in dieser Zeit Solo-Projekte, und ist auch heute damit erfolgreich. Magne etablierte sich als bildender Künstler und schrieb – teils mit neuen Partnern – weiter Musik. Und Pål gründete mit seiner US-amerikanischen Ehefrau Lauren Savoy und seinem Landsmann Frode Unneland die Band Savoy, in der er nach wie vor parallel zu seinem Engagement bei a-ha spielt.

Das Ende einer Ära

Für ein Konzert bei der Verleihung des Friedensnobelpreises 1998 kommen die drei wieder zusammen. Was als „einmalige Aktion“ geplant war, wird – zur großen Freude der Fans – der Auftakt zur Reunion. Drei Jahre später spielen sie zum ersten Mal wieder auf norwegischem Boden. Beim Konzert am 24. März 2001 in der Osloer Valhall-Arena werden Morten, Magne und Pål vom Publikum aus 28 verschiedenen Ländern frenetisch gefeiert. Weltweit sind Millionen Fans per Web-Übertragung live dabei, noch im gleichen Jahr erscheint ein kompletter Konzert-Mitschnitt plus Bonus-Material auf DVD. Wenn nun am 04. Dezember in a-has Heimatstadt der letzte Vorhang fällt, geht eine Ära zu Ende. Was bleibt, sind mehr als 42 Auszeichnungen, unter anderem der BMI Multi Million Performance Award aus dem Jahr 2007. Den bekamen die Pop-Wikinger dafür, dass „Take On Me“ – der Song, mit dem alles begann – im US-amerikanischen Radio in 22 Jahren mehr als 3.000.000 Mal gespielt wurde. Und es bleiben drei Ausnahme-Künstler, jeder auf seine Art. Die mit Sicherheit weiter von sich hören lassen werden. Wie rief Magne am Ende der Live-Performance von „The Living Daylights“ beim Valhall-Konzert so schön: „That’s how we do it in Norway!“

Einen Bericht über das hautnah miterlebte Abschluss-Konzert gibt es am 05.12.2010 hier.

Text: Anja Otten-Reichel

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